Michel Jaussi

12_Michel-Jaussi-sw-3neu.jpg

Nicht nur als Autofotograf on Location hat sich Michel Jaussi längst einen Namen gemacht, heute ist er vor allem als Fotograf von Landschaften gefragt. Die inszenierten Landschaften sind seine Spezialität. Für die erfolgreichen Kampagnen der Marken ATU, ABB, Auto Scout 24, BKW, Motorex, VW, Krombacher Bier, Swisscom oder den Kanton Aargau konnte er bereits Bildstrecken realisieren. Offene und weite Landschaften sind seine Leidenschaft.

Viele dieser Aufnahmen wurden aus der Luft gemacht, sei es aus dem Helikopter, mit einer Drohne, oder weniger spektakulär, auch mit einem Hochstativ. Der Einsatz von Drohnen (man spricht auch von Multikoptern) in der Fotografie ist zwar nicht neu. Die kleinen Modelle sind erschwinglich und auch beinahe für jedermann beherrschbar geworden. Wer sich allerdings mit dem Modell auseinandersetzt, welches Michel Jaussi benutzt, wird sich intensiv mit der Bedienung der Drohne und mit den damit verbundenen Gesetzen, den vielen Bedingungen und Auflagen beschäftigen müssen. Ganze 15 Kilogramm wiegt nämlich diese Drohne, über 160 Zentimeter beträgt die Spannweite. An diesem Fluggerät hängt die neuste Hasselblad H6D am Gimbal (so heisst die bewegliche Aufhängung für die Kamera) und liefert Aufnahmen mit 100 Millionen Pixel. Die Drohne und die Kamera werden vom Boden aus gesteuert. Meist wird die Drohne auch von einem Drohnen-Piloten bedient. Der Fotograf Michel Jaussi kann sich so mit einer weiteren Steuerung voll und ganz auf die Bedienung des Gimbals und der Kamera, sowie die Bildgestaltung konzentrieren. 

Die Drohne ist ein gutes Hilfsmittel, aber letztendlich immer nur ein Mittel zum Zweck. Michel Jaussi setzt sie ein, wenn sich keine andere Möglichkeit bietet oder wenn er eine ganz bestimmte Perspektive sucht. Eine Drohne kann viel näher an ein Objekt gesteuert werden, als ein Helikopter. Andererseits empfinden es viele Fotografen als angenehmer, mit dem Sucher am Auge zu fotografieren und dabei gleichzeitig die Landschaft – mit beiden Augen – dreidimensional zu erleben. Beim Drohnenflug muss der Fotograf sich auf das Display verlassen. Das heisst, er muss dieses interpretieren können. Die Drohne ist aber nicht überall einsetzbar, gerade in der Nähe von Flughäfen wird es heikel. Wenn Skyguide nein sagt und der Tiefflug des Helikopters auch nicht genehmigt wird, bleibt nur noch die grosse LKW-Bühne, da kommt man immerhin auch noch auf 76 Meter Höhe.

Ganz wichtig ist für Michel Jaussi auch die Bildsprache, sein eigener Stil. Diesen hat er in unzähligen Arbeiten entwickelt und kultiviert. Zudem bereitet er die Aufnahmen gewissenhaft vor, macht Notizen, Skizzen und Probeaufnahmen mit einer kleineren Drohne. 

Offene und weite Landschaften sind bis heute seine Leidenschaft geblieben. Zu verschiedenen Themen realisiert er auch immer wieder freie Arbeiten. Grosse Erfolge durfte er mit seinen Serien zu den erneuerbaren Energien erfahren. Seine Arbeitsgebiete sind neben Landscape, Transportation, Architecture, CGI, Industry und Corporate. Zum letzteren darf er auch immer wieder ganzheitliche Bildwelten für Unternehmen umsetzen. Michel Jaussi gehört zum dritten Mal in Folge zum Kreis der 200 Best Ad Photographers Worldwide by Lürzers Archive.

www.jaussi.com

Werner Rolli