Fabio Antenore

Das Telefon klingelt am Sonntagnachmittag. Während wir in der Schweiz die ersten Frühlingstage geniessen, ist es in Island noch Winter. Fabio Antenore ist im hohen Norden auf der Suche nach spektakulären Landschaftsbildern für Kontiki Reisen. Seine hyperrealistischen Landschaftsbilder haben ihm bereits mehrere Auszeichnungen beschert und seit einiger Zeit ist er Referenzfotograf für den Objektivhersteller Sigma. Fabio Antenore war ursprünglich Tontechniker, hatte ein eigenes Unternehmen. Um die Arbeit eines Künstlers zu dokumentieren, kaufte er sich eine Kamera.

Dabei entdeckte er seine Leidenschaft für die Fotografie. Als alles immer besser lief, und er immer öfters gefragt wurde, ob er nicht mal einen Workshop geben möchte, hat sich Fabio dazu durchgerungen umzusatteln. Seine Workshops fanden so grossen Anklang, dass er schliesslich seinen Posten als Geschäftsführer und Techniker im Studio-6.ch aufgegeben hat. Seither widmet sich Fabio Antenore hauptsächlich der Fotografie. 

Seine Erfahrung in Umgang mit komplexer Software und sein Interesse für kreative Prozesse haben den Umstieg sicher erleichtert. Seine Technik umschreibt er wie folgt: «Ich arbeite grösstenteils mit sogenannten Timeblendings, um ein hyperreales Abbild der Natur fotografisch zu kreieren. Das bedeutet, dass ich oft längere Zeit am selben Ort verbringe, um verschiedene Lichtstimmungen einzufangen und diese dann in der Nachbearbeitung zu kombinieren».

Seine bisher aufwändigste Arbeit, schätzt Fabio Antenore, war wohl das Bild des Canale Grande in Venedig. Auch dieses Werk besteht aus mehreren Bildern, die im Laufe von etwa drei Stunden angefertigt wurden. Langzeitbelichtungen helfen, die Schatten, bzw. die Übergänge, etwas weicher zu gestalten. Bei leicht diffusem Licht ist es in der Regel angenehmer zu fotografieren. Die verschiedenen Belichtungen werden danach in Lightroom und Photoshop verarbeitet und zusammengefügt. 

Unverzichtbar sind für Fabio Antenore auch ND-Filter und Verlaufsfilter, die grösste Herausforderung sind bewegte Objekte im Bild. Sein nächstes Projekt: Vielleicht versucht er es doch noch mit der Deep-sky-Astrofotografie.    

 www.fabioantenore.ch

Werner Rolli